Abschied von Pfarrer Wilhelm Buddenkotte

Viele waren gekommen – so viele, dass die Sitzplätze in der Aula der Realschule längst nicht ausreichten.

Bild: WN Josef Thesing 05.10.2018

Bild: WN Josef Thesing 05.10.2018

Bild: WN Josef Thesing 05.10.2018

Die Kirchengemeinde und viele andere Menschen in der Stadt verabschiedeten Pfarrer Wilhelm Buddenkotte, der exakt vor 25 Jahren nach Sendenhorst gekommen war. Sie bereiteten dem Geistlichen einen großen Abschied.Er nahm sich viel Zeit für seinen letzten Gottesdienst, knapp zwei Stunden wurden es. Schließlich galt es, 25 Jahre zu reflektieren – mit Worten und im Gebet. Und doch kam der Abschied von der Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus für Pfarrer Wilhelm Buddenkotte am Dienstagabend am Ende vielleicht doch etwas überraschend – und zu früh. „Jetzt ist es also soweit“, sagte der Geistliche in der proppenvollen Pfarrkirche St. Martin.
Auch frühere und heutige Geistliche der evangelischen Kirchengemeinden waren anwesend.
Seit der Bischof dem Abschied zugestimmt hatte, habe es immer wieder „Puffer“ gegeben wie Fahrten, Feiern oder Reisen mit Menschen aus der Gemeinde. Und schließlich die letzte Predigt in St. Ludgerus. „Immer war noch etwas zu tun.“ Doch dann, am Tag vor dem großen Abschiedsfest, sei das Künftige dann doch Gegenwart geworden – begleitet von „wackeligen Knien und erhöhtem Puls“.
Wackelige Knie hat Wilhelm Buddenkotte anschließend auch in der festlich geschmückten Aula der Realschule. Und die war an diesem „Abend der Begegnung“ nicht nur ein bisschen, sondern viel zu klein, um allen Gästen ein gemütliches Plätzchen bieten zu können. Viele mussten stehen, und die Musiker räumten noch fix die Bühne, damit auch dort Gäste an Stehtischen Platz finden konnten. Vertreter aller Vereine aus beiden Ortsteilen – von den Schützen bis zu den Pfadfindern –, aller kirchlichen Gruppen, Gremien und Organisationen, ehemalige Geistliche der Gemeinde, Wegbegleiter, das Kuratorium des St.-Josef-Stift (Buddenkotte war stellvertretender Vorsitzender), Vertreter von Politik sowie Verwaltung und viele mehr waren gekommen, um „Tschüss“ zu sagen und um auf 25 gemeinsame Jahre zurückzublicken.
Mit Beifall und nachdenklichem Gesichtsausdruck verfolgte Wilhelm Buddenkotte die Grußworte.
Am Tag genau vor 25 Jahren war der junge Geistliche gemeinsam mit dem jungen Kaplan Norbert Köster in St. Martin gestartet. „Es war damals für uns nicht wichtig, was im Rathaus passierte, sondern was aus der Gemeinde wird“, blickte Paul Heimann-Hahues für den aktuellen Kirchenvorstand zurück. Und nun? „Es läuft uns ein Rad vom Wagen ab.“
Dass die Kirche und die politischen Gemeinde nicht immer in allem einig waren und sind, räumte Bürgermeister Berthold Streffing ein. Aber: „Beide setzen sich zum Wohl der Menschen in der Stadt ein.“ Und viele gemeinsame Aufgaben seien gemeinsam gut gelöst worden. „Wir haben gemeinsam gute Entscheidungen getroffen.“ Schnittstellen gebe es reichlich, etwa bei der Realschule St. Martin und bei den Kitas. Und wenn es die Katholische öffentlichen Büchereien nicht geben würde, „müsste die Kommune das machen“. Die Stadt und die Kirchengemeinde seien stets „zwei verlässliche Partner“ gewesen.
Viele weitere Themen kamen in den Grußworten an diesem Abend noch aufs Tapet. Dazu gehörte die „gelebte Ökumene“ ebenso wie der Zusammenschluss der beiden Kirchengemeinden in Sendenhorst und Albersloh, die Umsetzung des Orgelprojekts in St. Martin, der Bau des Ludgerushauses, die begonnene Gestaltung des „Martinsweg“ und die anstehende Innenrenovierung von St. Ludgerus.
Für das Kuratorium des St.-Josef-Stifts bedankten sich Vorsitzender Werner Strotmeier und Stift-Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann beim scheidenden stellvertretenden Vorsitzenden. „Lieber Willi, wir haben viel erreicht, zum Beispiel für die älteren Menschen. Es war gut, dass Du in Sendenhorst warst“, erklärte Strotmeier.
Wilhelm Buddenkotte selbst erinnerte daran, dass Wichtiges, das während seiner Zeit umgesetzt worden ist, „lange gut vorbereitet war“. Die einmütige und gelungene Fusion der beiden Kirchengemeinden würdigte er besonders. „Jedes Würstchen, das wir im Vorfeld bei den Treffen gegessen haben, hat sich gelohnt.“ Und zum Abschluss blieb ihm vor dem Schütteln unzähliger Hände dieses: „Es war eine schöne und gute Zeit.“ (Artikel WN 05.10.2018 / geschrieben von Josef Thesing)